Beispiel: 300 Personen bearbeiten 8 kognitive Tests. V1–V4 = Verbale Fähigkeiten, S1–S4 = Räumliches Denken. Die Szenarien variieren φ (Faktorkorrelation): ① φ=0: unabhängige Faktoren, kein g → ωh = 0 ② φ=.40: moderate Faktorkorrelation → ωh ≈ .51 ③ φ=.70: stark oblique, fast unidimensional → ωh ≈ .75
→ ωh wächst mit φ — direktes Maß für Unidimensionalität.
Scree-Plot — Eigenwerte (aus R)
Faktorladungs-Biplot (F1 vs. F2)
Reduzierte Korrelationsmatrix Rr (h² auf Diagonale)
Ladungsmatrix & Kommunalitäten (PAF)
Reliabilität des Gesamtscores — aus der EFA-Struktur abgeleitet
α
Cronbach Alpha
—
ωt
Omega total (McDonald)
—
ωh
Omega hierarch. (McDonald)
—
Hier ist die Reliabilität ein Nebenprodukt der Faktorstruktur (ωh wächst mit der
Faktorkorrelation φ). Die α-vs-ω-Frage selbst — wann α unterschätzt bzw. Eindimensionalität vortäuscht —
vertieft das eigene Tool:
→ Reliabilität: α vs. ω
Konzepte
EFA vs. HKA/PCA
Die Explorative Faktoranalyse (EFA) erklärt nur die gemeinsame Varianz der Items — sie verwendet eine reduzierte Korrelationsmatrix mit Kommunalitäten h² auf der Diagonalen. Die Hauptkomponentenanalyse (HKA) erklärt die gesamte Varianz (inkl. Fehler) und verwendet Einsen auf der Diagonalen. Dies ist ein konzeptuell wichtiger Unterschied.
Kommunalität & Uniqueness
Die Kommunalität h² ist der Varianzanteil eines Items, der durch alle gemeinsamen Faktoren erklärt wird. Sie liegt im Wertebereich [0, 1]. Die Uniqueness u² = 1 − h² enthält Messfehler und itemspezifische Varianz. Hohe h² (nahe 1) = Item gut in die Faktorstruktur eingebunden.
Eigenwerte & Scree-Plot
Der Eigenwert eines Faktors zeigt, wie viel Varianz (in Einheiten standardisierter Items) er erklärt. Der Scree-Plot zeigt die Eigenwerte nach Größe sortiert. Das Kaiser-Kriterium (Eigenwert > 1) und der Scree-Knick (Elbow) sind die häufigsten Kriterien zur Faktoranzahl-Bestimmung.
Rotation & Einfachstruktur
Varimax rotiert die orthogonalen Achsen so, dass jedes Item möglichst hoch auf genau einen Faktor lädt (Thurstons Einfachstruktur). Oblique erlaubt Faktorkorrelation (phi > 0) — realistischer, aber schwieriger zu interpretieren. Kommunalitäten ändern sich durch Rotation nicht.
Cronbachs Alpha
Cronbachs Alpha schätzt die interne Konsistenz als Funktion der durchschnittlichen Interitemkorrelation. Ein häufiges Missverständnis: Alpha ist kein Maß für Unidimensionalität. Eine 2-faktorielle Struktur kann identisches Alpha wie eine 1-faktorielle haben — wenn die mittlere Interitemkorrelation gleich bleibt.
Omega total & hierarchisch
Omega total berücksichtigt alle Faktoren und ist eine bessere untere Schranke der Reliabilität als Alpha. Omega hierarchisch (Schmid-Leiman) misst nur den Anteil eines übergeordneten Generalfaktors — es steigt mit phi und ist 0 bei orthogonalen Faktoren (kein g). Hohe phi → mehr gemeinsame Varianz → omegas hierarchisch steigt.
❓ Hilfe — Explorative Faktoranalyse (EFA)
Forschungsbeispiel: Ein Psychologe entwickelt einen Kognitionstest mit 8 Untertests. Die EFA soll prüfen, ob sich dahinter 2 latente Faktoren — Verbale Fähigkeit und Räumliches Denken — verbergen, ohne vorab festzulegen, welche Items zu welchem Faktor gehören.
Parameter
Primäre Ladung (lambda): Stärke der Hauptladung jedes Items auf seinen "eigenen" Faktor. Höhere Werte = klarere Faktorstruktur, höhere Kommunalitäten.
Kreuzladung (lambda_x): Ladung eines Items auf den anderen Faktor. Bei 0 = perfekte Einfachstruktur. Bei hohen Werten = Items sind schwieriger eindeutig einem Faktor zuzuordnen.
Faktorkorrelation (phi): Korrelation zwischen F1 und F2 (nur relevant bei Oblique). Bei phi = 0 = orthogonale Faktoren; phi > 0 = schräge Faktoren (z.B. verbale und räumliche Fähigkeiten hängen zusammen).
Extraktionsmethode: PAF
Dieses Tool verwendet die Hauptachsenfaktorisierung (PAF) — eine echte EFA-Methode. PAF arbeitet mit einer reduzierten Korrelationsmatrix, bei der die Diagonale durch die wahren Kommunalitäten h² ersetzt wird. Dadurch wird nur die gemeinsame Varianz (Faktorvarianz) modelliert, nicht die Gesamtvarianz wie bei der HKA/PCA.
Der Scree-Plot zeigt die Eigenwerte der vollen R-Matrix (wie in der Praxis üblich, da die meisten Softwarepakete dies so ausgeben). Die eigentliche Faktorextraktion erfolgt aus der reduzierten Matrix.
Reliabilitätsindizes (Add-on)
Die Reliabilitätsindizes werden analytisch aus der Populationsstruktur berechnet:
Omega hierarchisch basiert auf der Schmid-Leiman-Orthogonalisierung: Bei obliquen Faktoren mit Korrelation phi können die gemeinsamen Varianzanteile auf einen höhergeordneten Generalfaktor g zurückgeführt werden. Die g-Ladung pro Item beträgt (lambda + lambda_x)·sqrt(phi). Omega hierarchisch = 0 wenn phi = 0 (keine korrelierenden Faktoren, kein g).
Biplot & Korrelationsmatrix
Der Biplot zeigt jedes Item als Punkt im F1/F2-Koordinatensystem. Items nahe (1,0) laden hoch auf F1; nahe (0,1) hoch auf F2. Nach Varimax-Rotation clustern Items nahe den Achsen (Einfachstruktur). Bei Oblique werden die Faktorachsen im Winkel arccos(phi) dargestellt.
Die Korrelationsmatrix zeigt die von der Faktorstruktur implizierte Populationsmatrix R = Lambda·Phi·Lambda' + Psi. Teal = positive, Orange = negative Korrelation.